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Abgeschlossene Projekte

Soforthilfe nach Hurrikans Gustav und Ike

mediCuba-Suisse leistet Soforthilfe in den Ostprovinzen für erste Massnahmen an Gebäuden der medizinischen Versorgung. In den nächsten Wochen verschicken wir einen Spendenaufruf.

Marianne Widmer, Projektkoordinatorin von mediCuba-Suisse, berichete nach ihrer Rückkehr aus Kuba im September 2008 :

"In der Woche nach dem verheerenden Durchzug von Hurrikan Ike hat die kubanische Regierung ein erstes Schadeninventar gemacht, das auch von der UNO (UNDP) veröffentlicht wurde. Die Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und in der Landwirtschaft werden auf 5 Mia USD beziffert. 444'000 Gebäude oder Wohnhäuser sind betroffen, 63'000 davon vollkommen zerstört. 314 Gebäude in der öffentlichen Gesundheitsversorgung wurden mittel bis stark beschädigt, davon 26 Spitäler, 18 Polikliniken, 191 Familienarztpraxen, 14 Altersheime und 42 Apotheken. Am stärksten betroffen sind die Privinzen Pinar del Rio und Isla de la Juventud (Municipio especial), welche von Hurrikan Gustav zerstört wurden. Hurrikan Ike an der Nordküste der Ostprovinzen auf Kuba getroffen, hat in den Provinzen Guantanamo (Baracoa), Holguin, Las Tunas und Camagüey ausgetobt und dann etwas an Kraft verloren, überquerte die Insel und zog an der Südküste weiter, wo Sturmfluten auslöste. Im Westen zog er dann noch einmal quer über die Insel, bevor er sich Richtung Südküste von Texas aufmachte und sich auf dem offenen Meer wieder auflud. In der Stadt Holguin, bekannt als die Cuidad de los Parques" stehe kein Baum mehr. In der Provinz Granma hat der Rio Cauto das Wasser aus der Sierra Maestra nicht halten können, es kam zu grossflächigen Überschwemmungen. In Havanna kam es zu punktuellen Schäden. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn Gustav oder Ike in voller Stärke über Havanna gezogen wäre!

Angeichts des Desasters waren wir überwältigt und fühlten uns entsprechend hilflos. Die Entschlossenheit der Kubaner/innen, gleich mit dem Aufräumen und Wiederaufbau zu beginnen, steckte uns aber an. Als erste Massnahme beschlossen wir, eine Summe von rund 50'000 Franken, die bereits in Kuba auf einem Projektkonto sind, vorläufig abzuziehen und in Soforthilfe zu überführen. Diesen Betrag haben wir mit weiteren 25'000 aufgestockt, so dass im Moment rund 75'000 Franken von mediCuba-Suisse für Soforthilfe in Kuba zur Verfügung stehten. Die Summe wird in den Ostprovinzen für erste Massnahmen an Gebäuden der medizinischen Versorgung eingesetzt. In den nächsten Wochen verschicken wir einen Spendenaufruf. Das Geld, das wir damit sammeln können, werden wir für weiter Projekte im Wiederaufbau verwenden."

pdfGustav und Ike, UNO Situationsbericht vom 16.Sept.2008142.81 KB